Mehr psychische Krankheiten durch Corona

Die Fälle von Depressionen und Angststörungen sind weltweit allein im ersten Pandemiejahr um 25 Prozent gestiegen, berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem neuen Bericht über mentale Gesundheit aus dem Jahr 2022. Fast eine Milliarde Menschen sind demnach weltweit davon betroffen. Nach Angaben der WHO haben etwa 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen eine psychische Erkrankung. Selbstmord wird in dem WHO-Bericht als vierthäufigste Todesursache bei Menschen zwischen 15 und 29 Jahren erwähnt. Auch Süchte und Zwangsstörungen sind enorm gestiegen.

AXA Mind Health Report 2023

Gestern wurde die dritte Ausgabe des AXA Mind Health Report veröffentlicht, einer Studie, die darauf abzielt, die Probleme der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens in der Gesellschaft zu identifizieren. Im Durchschnitt bezeichnet sich jeder Dritte als psychisch erkrankt, bei den jungen Frauen sind es 40 Prozent. Die sog. Omnikrisen-Situation (Krieg, Soziale Medien, Inflation, Klimawandel…) beeinträchtigt insbesondere in Deutschland die mentale Gesundheit der Menschen. Im AXA Mind Health Report 2023 sagen nur 3 von 5 Menschen, dass sie mit ihrem Leben zufrieden sind.

Der AXA Mind Health Report 2023 hat die mentale Gesundheit der Menschen in 16 europäischen, asiatischen und amerikanischen Ländern und Gebieten auf vier Kontinenten untersucht. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit IPSOS durchgeführt und umfasste Befragungen von 30.000 Menschen im Alter von 18 bis 74 Jahren.

Die zentralen Erkenntnisse des AXA Mind Health Report 2023

  • 24 Prozent weniger Frauen als Männer erreichen den Höhepunkt ihrer geistigen Gesundheit. Jede dritte Frau gibt an, dass sie unangemessenen Bemerkungen ausgesetzt war, und 40 Prozent haben das Gefühl, dass ihre Fähigkeiten allein aufgrund ihres Geschlechts in Frage gestellt wurden.
  • Mehr als einer von drei jungen Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren glaubt, dass die Abhängigkeit von Technologie und sozialen Netzwerken negative Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden hat.
  • Es ist dreimal wahrscheinlicher, dass es den Mitarbeitern gut geht, wenn sie in einem Unternehmen arbeiten, das Unterstützung für die psychische Gesundheit anbietet.

Doch auch jeder zweite Befragte fühlt sich glücklich und blickt zuversichtlich in die Zukunft. Am glücklichsten sind die Menschen in Mexiko (64 Prozent), auf den Philippinen (62 Prozent) und in Thailand (61 Prozent). In Italien (36 Prozent), Hongkong (38 Prozent) und der Türkei (42 Prozent) ist dieses Gefühl dagegen am geringsten. In Frankreich ist das Glücksgefühl im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent gestiegen (44 Prozent gegenüber 39 Prozent).

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