Leidest du an einer Erschöpfungsdepression?

Wer, außer den zahlreichen Betroffenen, kann noch das Modewort “Burnout” hören. Es ist eine Ermüdung hinsichtlich des Themas “Stress und seine gravierenden Folgen” festzustellen. Leider! Klar, alles, was die Medien überthematisieren, führt irgendwann zu Überinformation und Überdruss. Die traurige Wahrheit aber ist und bleibt, dass die Erschöpfungsspirale immer weiter ihre Kreise zieht, zahlreiche Opfer hinterlässt und sich in vielen Köpfen die Meinung eingebrannt hat, dass Stress einfach zu unserem Zeitalter gehört und dagegen wohl nicht viel zu machen ist.

Burnout gehört zu einer der meist genannten Krankheiten unserer Zeit. Burnout wird auch Erschöpfungsdepression genant und ist eine Folge von zu viel Stress, Arbeit und negativen Gedanken. Mit einem Burnout Test kannst du eine erste Bestandsaufnahme machen und feststellen, wie erschöpft du wirklich bist. Natürlich ersetzt dies kein Gespräch beim Arzt oder einem Therapeuten. Gerade bei anhaltender Erschöpfung oder depressiven Symptomen kann eine professionelle Abklärung sinnvoll sein. Auch eine Online-Psychotherapie bei Erschöpfung und Depression kann dabei eine ortsunabhängige Möglichkeit sein. Aber ein Burnout Test kann ein erster, guter Indikator sein.

In unserem Zeitalter der Digitalisierung und Always-on-Mentalität gibt es häufig keine Trennung mehr zwischen Arbeit und Beruf, die “Work-Life-Balance” wird zur “Life-Balance”. Private Aktivitäten werden oft auch mit Übereifer, Ehrgeiz und hoher Aktivität (Joggen und sich gleich auf einen Marathon vorbereiten; mit Freunden treffen; endlich mal wieder lesen; Wohnung aufräumen; endlich mal mit Yoga anfangen…) umgesetzt. Das Ergebnis ist alles andere als erholsam, auch hier kommt es häufig zu Stress, Überforderung und am Ende zu Frustration und Resignation.

Burnout ist wie ein schleichender Nebel, der die Lebensenergie raubt. Es entsteht nicht über Nacht, sondern ist das Ergebnis anhaltender physischer, emotionaler und mentaler Erschöpfung. Es zeigt sich in einem Gefühl der Leere, einer zunehmenden Distanz zu alltäglichen Aufgaben und einem Verlust an Motivation. Burnout ist das Resultat von anhaltendem Stress, der die Grenzen der Belastbarkeit überschreitet und dazu führt, dass Selbstfürsorge und persönliche Bedürfnisse vernachlässigt werden. Es ist wichtig, Burnout als Warnsignal ernst zu nehmen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden wiederherzustellen.

Der deutsch-amerikanische klinische Psychologe und Psychoanalytiker Herbert Freudenberger hat zusammen mit seiner Kollegin Gail North 12 Phasen des Verlaufs zum Burnout definiert:

12 Phasen des Verlaufs zum Burnout

1. Drang, sich selbst und anderen Personen etwas beweisen zu wollen

2. Extremes Leistungsstreben, um besonders hohe Erwartungen erfüllen zu können

3. Überarbeitung mit Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte

4. Überspielen oder Übergehen innerer Probleme und Konflikte

5. Zweifel am eigenen Wertesystem sowie an ehemals wichtigen Dingen wie Hobbys und Freunden

6. Verleugnung entstehender Probleme, Absinken der Toleranz und Geringschätzung anderer Personen

7. Rückzug und dabei Meidung sozialer Kontakte bis auf ein Minimum

8. Offensichtliche Verhaltensänderungen, fortschreitendes Gefühl der Wertlosigkeit, zunehmende Ängstlichkeit

9. Depersonalisierung durch Kontaktverlust zu sich selbst und zu anderen Personen; das Leben verläuft zunehmend funktional und mechanistisch

10. Innere Leere und verzweifelte Versuche, diese Gefühle durch Überreaktionen zu überspielen wie beispielsweise durch Sexualität, Essgewohnheiten, Alkohol und andere Drogen

11. Depression mit Symptomen wie Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit

12. Erste Gedanken an einen Suizid als Ausweg aus dieser Situation; akute Gefahr eines mentalen und physischen Zusammenbruchs.

Sicher finden sich viele von uns in einem dieser Phasenabschnitte wieder. Wer will sich nicht etwas beweisen, wer vernachlässigt nicht mal temporär seine eigenen Bedürfnisse. Soweit kein Grund zur Besorgnis. Häufen sich aber die Symptome und werden diese zur gelebten Routine im Alltag, ist es dringend Zeit zu handeln.

Dauerhaft ausbleibende Regeneration und richtiges Stressmanagement können zu körperlichen Symptomen und Krankheiten führen (z.B. Bauchschmerzen, Hörsturz, Rückenschmerzen), aber auch zu psychischen Erkrankungen wie z.B. Depressionen oder Angststörungen. Hellhörig werden sollte man z.B. bei grundlose Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit oder Ängstlichkeit; auf der körperlichen Ebene können dies z.B. Zuckungen im Gesicht, Herzstiche, Einschlafstörungen, chronische Müdigkeit, Magenschmerzen, Kopf- oder Kopfschmerzen etc. sein. Mehr über Stress erfährst du in diesem Artikel.

Test für Burnout

Ein renommierter Burnout Test ist z.B. der kostenfreie Burnout- und Stress-Test (BST) von psychomeda.de, den du in wenigen Minuten online machen kannst.

Die Resilienzforschung und zahlreiche Beispiele von Personen zeigen, dass Veränderung immer möglich ist und man diese fast immer selbst in der Hand hat und die aktuellen Gegebenheiten nicht immer gänzlich über Bord werfen muss, um ein neues Leben zu führen. Viele Menschen fürchten sich vor Veränderung, vor den Unwägbarkeiten dieser Reise”, vor der Ungewissheit, ob man sich dann noch selbst kennt und sich treu bleiben kann. Deshalb halten sie an den bisherigen Lebensroutinen fest, die ihnen ja vertraut sind. Doch: Veränderung lohnt, kann viel bewegen, Neues schaffen und Spaß machen. Dazu braucht man Mut, Bereitschaft und Lust, die eigene Situation anzupacken und zu verbessern.

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