Was ist Kompetenz?

Kompetenz beschreibt die Fähigkeit, Wissen, Fertigkeiten und Erfahrungen in einem bestimmten Bereich zu kombinieren und anzuwenden, um Aufgaben und Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Es geht also nicht nur um reines Wissen, sondern auch um die Handlungsfähigkeit in einem bestimmten Kontext. Kompetenz geht über bloße Fachkenntnisse hinaus und umfasst auch die Anwendung von Fertigkeiten, die Fähigkeit zur Problemlösung, soziale Kompetenzen sowie emotionale Intelligenz. Und vor allem geht es auch darum, unsere Kompetenzen wirkungsvoll zu zeigen.

Kompetenzen sind erlern- und entwickelbar. Sie können durch Ausbildung, Studium, Berufserfahrung, aber auch durch selbstständiges Lernen und Weiterentwicklung erworben werden. Die 10.000-Stunden-Regel, bekannt geworden durch den Psychologen Malcolm Gladwell, besagt, dass jeder in jeder Disziplin mit 10.000 Stunden intensiver Übung die Meisterschaft in einem bestimmten Bereich erreichen kann.

Kompetenzwahrnehmung

Studien haben belegt, dass es weniger um die tatsächliche Kompetenz geht, sondern vor allem um die wahrgenommene Kompetenz. Menschen neigen dazu, die gesprochenen Worte zu vergessen, nicht aber das Gefühl, das wir ihnen dabei gegeben haben. Hinzu kommt, dass in der zunehmend komplexer werdenden Welt die wahrgenommene Kompetenz immer bedeutsamer wird, da wir oft die reale Kompetenz schlicht nicht beurteilen können.

“Versuche nicht, eine gute Wahl zu sein. Eliminiere alles, was Dich zu einer schlechten Wahl macht.”
– Harry Beckwith –

Kompetenzarten

Es gibt verschiedene Arten von Kompetenzen, die sich grob in vier Kategorien einteilen lassen:

1. Fachkompetenz: Das Wissen und die Fähigkeiten, die in einem bestimmten Fachgebiet erforderlich sind. Darunter Fachwissen, Kenntnisse über Methoden und Werkzeuge, Fähigkeit, diese Kenntnisse und Fähigkeiten anzuwenden…

2. Methodenkompetenz: Die Fähigkeit, verschiedene Methoden und Werkzeuge zur Lösung von Problemen anzuwenden. Darunter die Fähigkeit, verschiedene Lern- und Arbeitstechniken anzuwenden, Problemlösungskompetenz, Entscheidungsfähigkeit…

3. Sozialkompetenz: Die Fähigkeit, mit anderen Menschen zu kommunizieren, zu kooperieren und Konflikte zu lösen. Darunter Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Empathie…

4. Personale Kompetenz: Die Fähigkeit, selbstständig zu denken und zu handeln, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst zu motivieren. Darunter Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Motivationsfähigkeit, Resilienz…

Diese vier Kompetenzarten sind eng miteinander verbunden.

Definition

Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit, Aufgaben und Herausforderungen in einem bestimmten Bereich erfolgreich zu bewältigen. Sie umfasst Wissen, Fertigkeiten, Erfahrungen und Handlungsfähigkeit. Das Wort “Kompetenz” stammt aus dem Lateinischen. “Competentia” – bestehend aus den Wörtern “com-” (zusammen) und “petere” (streben, suchen) – bedeutet “Eignung”, “Befähigung” oder “Zuständigkeit”. Im Deutschen tauchte der Begriff erstmals im 16. Jahrhundert auf. Ursprünglich wurde der Begriff im juristischen Kontext verwendet und bezog sich auf die Zuständigkeit oder Befugnis einer Person oder Institution. Im Laufe der Zeit hat sich die Bedeutung erweitert, und heute bezeichnet “Kompetenz” allgemein die Fähigkeit, in einem bestimmten Bereich wirksam und qualifiziert zu handeln.

Kompetenzentwicklung

Kompetenzentwicklung ist ein kontinuierlicher Prozess. Es gibt verschiedene Methoden, um diesen Prozess zu unterstützen:

  • Zielsetzung: Welche Kompetenzen möchte ich entwickeln?
  • Planung: Welche Schritte muss ich dafür unternehmen?
  • Umsetzung: Konkrete Maßnahmen ergreifen, z.B. Kurse besuchen, Bücher lesen, TED Talks sehen, Podcast hören.
  • Evaluation: Fortschritte überprüfen und ggf. Anpassungen vornehmen.

70:20:10-Modell

Das 70:20:10-Modell ist ein Modell, das beschreibt, wie Menschen lernen. Es besagt, dass Menschen
70% durch Erfahrung am Arbeitsplatz,
20% durch Interaktionen mit anderen und
10% durch formale Trainings lernen.

Kompetenz zeigen

Die Fähigkeit, Kompetenz wirkungsvoll zu zeigen, ist entscheidend für den persönlichen und beruflichen Erfolg. In zahlreichen Studien und Statistiken wurden effektive Methoden identifiziert, um die eigene Kompetenz herausragend darzustellen. Menschen können ihre Kompetenz nicht nur durch ihre tatsächlichen Fähigkeiten zeigen, sondern auch durch die Art und Weise, wie sie diese Fähigkeiten präsentierenn. Die vier Dimensionen der Kompetenzpräsentation sind:

Selbstvertrauen, Kommunikation, Verhalten, Erscheinung.

Bist du Meister in einem Gebiet, musst du Schüler werden in einem anderen.

Verbale Kommunikation

Verbale Kommunikation ist ein wichtiger Faktor, um deine Kompetenz zu zeigen. Indem du klar, genau und überzeugend kommunizierst, kannst du dein Gegenüber beeindrucken und deine Ziele erreichen.

Ein kompetenter Auftritt beginnt mit einer klaren verbalen Kommunikation. Schnelles und fließendes Sprechen, präzise Artikulation sowie eine passende Tonlage sind entscheidend. Powertalking, der Verzicht auf überflüssigen Sprachballast und das Senken der Stimme am Ende eines Satzes tragen dazu bei, eine überzeugende Kommunikation zu gestalten. Zudem sollten wir uns auf Gemeinsamkeiten mit unserem Gesprächspartner konzentrieren, Persönliches teilen und selbst für Fehler Verantwortung übernehmen.

Achte darauf, mit einer etwas höheren Lautstärke zu sprechen, um Präsenz zu zeigen. Übernehme aktiv das Wort. Nutze eine normale, aber kraftvolle Stimme, um eine überzeugende Wirkung zu erzielen. Vermeide es, deine Gesprächspartner zu unterbrechen, und setze Dialekte oder Akzente nur dann ein, wenn sie zu deiner beruflichen Rolle passen.

Kompetenz zeigen durch verbale Kommunikation

Klarheit
Sprich deutlich und prägnant.
Verwende einfache Sprache und vermeide Fachjargon.
Strukturiere deine Gedanken und Argumente.

Genauigkeit
Verwende Fakten und Zahlen, um deine Aussagen zu untermauern.
Vermeide Verallgemeinerungen und Ungenauigkeiten.
Sei ehrlich und transparent.

Überzeugungskraft
Sprich mit Selbstbewusstsein und Leidenschaft.
Verwende positive Formulierungen und vermeide negative Wörter.
Beziehe dein Gegenüber mit ein und stelle Fragen.
Achte darauf, dass deine Stimme kraftvoll ist und am Satzende nach unten geht.

Nonverbale Kommunikation

Die Macht der nonverbalen Kommunikation ist von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, Kompetenz wirkungsvoll zu präsentieren. Ein bewusster Blickkontakt, gezielte Berührungen und eine souveräne Körpersprache vermitteln nicht nur Sicherheit und Vertrauen, sondern unterstreichen auch die Authentizität und Selbstsicherheit, die mit hoher Kompetenz einhergehen. Durch die bloße Assoziation mit anderen erfolgreichen Menschen können wir unsere wahrgenommene Kompetenz erhöhen (Basking).

Indem du deine Körpersprache, Mimik, Gestik und Stimme bewusst einsetzt, kannst du deine Zuhörer beeindrucken und dich als kompetent darstellen.

Kompetenz zeigen durch nonverbale Kommunikation

Körpersprache
Aufrechte Haltung und offener Blickkontakt: Signalisieren Selbstbewusstsein und Interesse.
Entspannte Gesten und Mimik: Fördern eine positive Atmosphäre und Vertrauen.
Angemessene Distanz zum Gesprächspartner: Zeigt Respekt und Wertschätzung.

Mimik
Lächeln: Signalisiert Freundlichkeit und Offenheit.
Augenbrauen und Stirn: Zeigen Konzentration und Interesse.
Lippen und Mund: Signalisieren Emotionen und Ausdruckskraft.

Gestik
Offene Hände: Signalisieren Ehrlichkeit und Offenheit.
Zeigen auf etwas: Verdeutlicht Aussagen und lenkt die Aufmerksamkeit.
Gestikulieren mit beiden Händen: Unterstützt die verbale Kommunikation.

Stimme:
Klare und deutliche Aussprache: Sorgt für Verständlichkeit und Aufmerksamkeit.
Angemessene Lautstärke und Betonung: Verleiht deiner Botschaft Ausdruck.
Variation der Stimmlage: Vermeidet Monotonie und hält das Interesse aufrecht.

Zudem:
Achte auf deine Kleidung und dein Erscheinungsbild.
Sei präsent und aufmerksam im Gespräch.
Passe deine nonverbale Kommunikation an die Situation und dein Publikum an.

Die Macht der Geschichte

Geschichten sind nicht nur unterhaltsame Erzählungen, sondern auch kraftvolle Werkzeuge, um Kompetenz erlebbar zu machen. Durch konkrete und fesselnde Geschichten, die sich auf herausragende Leistungen oder problematische Situationen beziehen, können wir dem Publikum einen direkten Einblick in unsere fachliche Expertise und die Fähigkeit zur Problemlösung geben.

Vertrauen aufbauen

Vertrauen bildet das Fundament erfolgreicher Kommunikation. Das Ansprechen des Gesprächspartners mit seinem Namen, Respekt, Anerkennung und Identifikation sind Schlüsselelemente. Fragen zeigen Interesse, während das Vermeiden von Negativthemen und oberflächlichem Smalltalk die Atmosphäre positiv beeinflussen. Humor, gemeinsames Lachen und die bewusste Schaffung von Ritualen verstärken die zwischenmenschliche Verbindung.

Competence Framing

Jack Nasher betont die Bedeutung des Competence Framings, um deine Kompetenz gekonnt zu präsentieren. Hier sind einige Empfehlungen, um diese Technik effektiv anzuwenden:

Es ist oft eine Herausforderung zu erkennen, welchen Beitrag die eigene Kompetenz zum Erfolg hatte und welche anderen Faktoren beteiligt waren. Um deine Kompetenz erfolgreich zu betonen, solltest du bei einem Erfolg bewusst das Competence Framing anwenden. Gestalte die Aufgabe so, dass sie außergewöhnlich schwierig erscheint. Erzeuge den Eindruck, dass Glück nur eine untergeordnete Rolle spielte. Lass es so wirken, als ob du keine außergewöhnliche Anstrengung unternommen hast, um die Aufgabe zu bewältigen. Durch die gezielte Anwendung des Competence Framing schaffst du eine wirkungsvolle Darstellung deiner Kompetenz und unterstreichst deine Fähigkeiten auf überzeugende Weise.

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